DSC Arminia Bielefeld -

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“Die haben uns mal gezeigt, wie man Fußball spielt!”

Für die 41. Folge des Arminia-Podcasts hat uns Gerd Siese, ehemaliger Torhüter des DSC, besucht. Er hat die erste Saison der Arminia in der Bundesliga vor 50 Jahren hautnah miterlebt und in dieser besonderen Spielzeit sämtliche Höhen und Tiefen durchgemacht. Anlässlich des anstehenden 600. Bundesligaspiels der Bielefelder erzählt uns der Schlussmann unter anderem von der Premiere gegen den BVB, den sanitären Verhältnissen in den 70er-Jahren sowie damaligen Gehältern im Fußball.

Obwohl das erste Bundesliga-Spiel des DSC schon über fünf Jahrzehnte zurückliegt, erinnert sich Gerd Siese noch heute gut an diese ganz besondere Partie: „Wir waren nicht unbedingt nervös, aber schon elektrisiert, Borussia Dortmund war ja eine ziemlich große Adresse“, berichtet die damalige Nummer 1 der Arminia, doch auch die äußeren Umstände sind ihm noch heute präsent. „Das Stadion war ziemlich groß und auch annähernd voll besetzt. Wir hatten schönes Wetter, das weiß ich noch. Und dann haben die uns mal gezeigt, wie man Fußball spielt“, lacht Siese bei dem Gedanken an den Verlauf der Partie, welcher dem BVB in die Karten gespielt hatte. Borussia Dortmund gewann an diesem ersten Spieltag mit 3:0 gegen den DSC. Die damalige Ausgabe des „kicker“ hatte die Arminen damals mit ziemlich schlechten Noten bewertet, Gerd Siese wurde jedoch als bester Spieler gekürt und erhielt eine glatte Eins und stand in seinem ersten Bundesligaspiel sogar in der “Elf des Tages”.

Angesprochen auf die Unterschiede der Trainingsbedingungen beginnt der ehemalige Armine, der bis zur Corona-Pause regelmäßiger Gast in der SchücoArena war, zu schmunzeln. Der Komfort von heute ließe sich überhaupt nicht mit den Mitteln vergleichen, die den Bielefeldern in den 70er-Jahren zur Verfügung standen. „Wir haben damals auf der Radrennbahn trainiert, und wenn schlechtes Wetter war, sind wir hinter die Bande auf den Lehmboden gegangen. Im Sommer ist der Untergrund knüppelhart geworden, da musste dann unser Masseur ran, weil fast jeder Spieler Probleme mit der Achillessehne hatte“, erzählt der heute 77-Jährige und berichtet im Anschluss von der damaligen Definition von Luxus im Fußball. „Nach der Weltmeisterschaft 1974 haben wir das erste Spiel im neuen Westfalenstadion gegen den BVB gemacht. Dort gab es dann sogenannte Ermüdungsbecken, da sind wir nach dem Spiel natürlich erstmal reingesprungen und haben eine Runde geplanscht“, grinst Siese bei der Erinnerung an vergangene Tage.

Doch nicht nur die medizinischen Möglichkeiten haben sich mittlerweile sehr verändert, auch hinsichtlich des Gehalts war man vor 50 Jahren noch in anderen Sphären unterwegs. „Ich habe damals gleichzeitig noch Vollzeit als Maler gearbeitet, ich habe ja einen eigenen Betrieb“, so Siese, der auch beim Anstrich der Geschäftsstelle und des MAFA des DSC kräftig mitgeholfen hat. Vom Fußball allein ließ es sich laut dem ehemaligen Torhüter aber trotzdem schon damals gut leben. „Mit Prämien kam man da schon auf 3, 4, 5.000 Mark, je nachdem, wie gut man sich geschlagen hat“, schätzt Siese. Trotzdem hat er neben dem Dasein als Profi-Fußballer seinen Beruf nie aufgegeben. Wie er das damals geschafft hat, ist ihm heute selbst ein Rätsel.

Welche lobenden Worte der ehemalige Armine für den Mainzer Torwart Robin Zentner findet, wie er das erstes Flutlichtspiel in Bielefeld erlebt hat und wo er den DSC am Ende der aktuellen Saison sieht – das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Folge des Arminia-Podcasts. Ihr könnt wie immer bei Spotify, iTunes oder SoundCloud reinhören. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!